Donnerstag, August 04, 2005

Die Linkspartei, oder: Wie soll denn das bitte gehen?

Zugegeben, etwas seltsam mutete es bereits neulich an: Da sah man vor einiger Zeit eine "Vertreterin" der "Linkspartei" bei einer politischen Diskussion im Fernsehen. Neben den roten Haaren fiel, selbst bei nur beiläufigem Zuhören, die relative Inhaltsleere ihrer "Bei"träge auf.

Blankes Entsetzen Ein richtiges Stirnrunzeln verursachte heute allerdings das Wahlprogramm besagter Linkspartei mit den darin enthaltenen Forderungen, dass auf meinen Schreibtisch flatterte.
Man fragt sich da ganz objektiv: Wie soll denn das bitte gehen?

Kurz resümiert, Schlagworte und Forderungen:
  • "Zwang zur Arbeit lehnen wir ab"

  • Keine Kriegseinsätze in aller Welt, dafür ein "Green Corps zur Katastrophenhilfe"
    [Anm: Zwecks weiterführender internationaler Ausgrenzung]

  • Das "Kartell der sozialen Kälte" will Rentnern, Arbeitslosen und Arbeitnehmer an den Kragen

  • Die Agenda 2010 stehe für "Wahlbetrug und Entsolidarisierung". Damit habe sich die SPD "von sozialdemokratischen Grundsätzen verabschiedet".

  • Union und FDP wollen die Gesellschaft noch mehr spalten
    [Anm: Aha?]

  • Keine Zwänge und Demütigungen mehr in 1-EUR Jobs, denn diese sollen dort anfallen "wo für die Privatwirtschaft Dienstleistungen für Einzelne oder für das Gemeinwesen nicht rentabel sind"
    [Anm: Sprich dort, wo die Idee der Ein-Euro-Jobs sowieso angesiedelt war]

  • Mehr Lohn bei kürzen Arbeitszeiten
    [Anm: Was sicher gut funktionieren wird]

  • Kindertagesstätten kostenlos plus ein Rechtsanspruch auf einen KiTa Platz
    [Anm: ...?!]

  • aber das Highlight kommt abschliessend:
    Einen Spitzensteuersatz ab 60.000 EUR Jahrseinkommen von 50%
Lässt man dies ein wenig sacken kommt die erste Frage auf, passend zu einem alten Schlager:

Wer soll das bezahlen?

Danach folgt unmittelbar:

Wer glaubt daran?

Neben der leidigen Diskussion, "Besserverdienende" höher zu besteuern und so für die finale Abwanderung sämtlicher Leistungsträger zu sorgen [Paradoxon: Warum soll ich mehr Leistung bringen, nur um weniger davon zu haben?] reiht dieses Programm einen Irrealismus an den anderen und ist ein erschütternder Beleg für die Versumpfung des Denkens. Lösungsansätze gibt es keine, es geht hier um Populismus und Macht. Neokommunismus grüßt.

Da wundert es auch nicht, dass Oskar wieder vorne mit dabei ist.
[Anm: Nachdem er bereits früher schon mehrmals das Handtuch geworfen hat]


Es erreichte mich folgende Ergänzung: Das Wort "Sozialismus" kommt nicht mehr im Wahlprogramm vor - vielleicht fürchtet man die negative Asoziierung mit "damals". Die neue Domain linkspartei.de leitet dann auch schon astrein um.
Auf sozialisten.de

1 Comments:

Am August 04, 2005 7:39 AM, fand Anonymous Anonym:

Ich glaube, diese Partei wählen genau die Leute, die man sonst in den einschlägigen Fernsehsendern in so Reportagen a la "Sozialhilfemissbrauch" sehen kann.

 

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