Unantastbare Grundrechte?!
Ich war kürzlich auf einer wirklich empfehlenswerten Führung im ehemaligen Stasi Untersuchungsgefängnis Hohenschönhausen und relativ sprachlos, mit welchen psychologischen Foltermethoden die (über hundertausend!) Häftlinge der Deutschen
Auf diesem wahrlich schwarzen Hintergrund, kann ich zwei Dinge nicht verstehen (und habe auch kein Verständnis dafür):
- Wie Leute ernsthaft denken, in der DDR sei alles besser gewesen und sogar öffentlich propagieren, sie wollen die DDR zurück. Geht's noch? Entweder waren das allesamt ziemliche Drohnen oder sie profitierten vom totalitären Regime, dass in meinen Augen unwesentlich besser war als die Nazis. (Mit dieser Vergangenheit zeige ich mich auch mit Nachdruck verwundert über die Ostalgie Welle)
- Wie wir in fast genau der gleichen Lemming Mentalität momentan Stück für Stück unsere
selbstverständlichenGrundrechte beschneiden lassen. Die Vorratsdatenspeicherung ist an sich nicht unbedingt schlecht. Das Missbrauchspotential (Stasi 2.0) ist in meinen Augen aber viel zu groß als dass dies das subjektiv dazugewonnene Sicherheitsgefühl kompensieren könnte. History repeating?


1 Comments:
Ich war auch vor einem Jahr in Hohenschönhausen und buchstäblich erschüttert. Der Zeitzeuge, der damals unsere Führung leitete, hat mir das erste mal wirklich verdeutlicht, was die Verbrechen der Stasi für einen Menschen bedeutet haben. Die subjektive Wahrnehmung vieler ehemaliger Bürger/-innen der DDR, die du in Punkt eins anspricht, erschien auch mir in diesem Zusammenhang unvorstellbar. Betrachtet man allerdings die komplexen psychologischen Verkettungen und den Sozialisierungsprozess in der DDR, der ja das Kollektiv zumindest theoretisch in der Vordergrund stellte, so lassen sich solche Gedanken zumindest nachvollziehen.Der Job war sicher und die Ausbildung der Kinder ebenfalls. Heute ist doch eine der Hauptängste von Menschen die Unsicherheit und die Veränderung. Diese beiden Faktoren waren damals ja fast ausgeklammert. Vielleicht ist dies ein Ansatzpunkt...
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